OKR-Refinement – Better Objectives
Im Rahmen unserer OKR-Beratungsprojekte stellen wir immer wieder fest, dass einige Teams oder Unternehmen mit OKRs bereits erfolgreich gestartet haben, aber so richtig rund läuft das ganze Thema noch nicht. Zusammenfassend sind es meist diese beiden Bedürfnissen, die zu einer Anfrage bei uns führen:
- Irgendwie kommt kein Schwung in den OKR-Prozess, die Teams verlieren den anfänglichen Spaß und die OKRs werden nur dann rausgeholt, wenn gerade jemand daran denkt. So bringt das Ganze nur Stress und führt nicht zu den gewünschten Ergebnissen.
- Der Prozess läuft schon super, aber die Formulierung der OKRs ist zäh, nervig und dauert ewig. Die eigentlich so motivierenden Objectives sind als lahme Absichtserklärung formuliert und die Keyresults sind doch irgendwie nur Meilensteine oder Maßnahmen.
Und genau da kommt unser OKR-Refinement ins Spiel.
OKR-Refinement – Was ist das?
Refinement bedeutet Verfeinerung, Raffinesse und Verbesserung – und genau darum geht es beim OKR-Refinement. Den Begriff OKR-Refinement finden Sie vermutlich noch ziemlich selten in der Literatur oder bei Google, wir wollen mit Ihnen das Gute noch besser machen, um erfolgreich und mit viel Spaß mit OKRs zu arbeiten.
Vielleicht kennt ihr das Refinement-Meeting oder Grooming (grooming auf Deutsch: pflegen) aus dem agilen Framework Scrum (link)?
Beim OKR-Refinement geht es darum, das OKR-Framework und die OKRs zu pflegen, dass diese als Steuerungsinstrument für Ihre tägliche Arbeit wirklich akzeptiert werden. In diesem Beitrag widmen wir uns ausschließlich dem Kundenproblem Nr. 2, dem OKR-Refinement zur Formulierung der besten – weil motivierendsten – Objectives (Zielzustände) ever. Wie man gute Keyresults findet, besprechen wir in einem weiteren Beitrag.
Warum glauben wir an das OKR-Refinement?
Im OKR-Zyklus findet das OKR-Refinement meist nach dem Planning statt, es ist die Verfeinerung der OKRs hin zu genau den richtigen Inhalten sowie zu Formulierungen, die uns in Bewegung versetzen.
Nicht immer ist im OKR-Planning Zeit, die OKRs bis ins Detail zu formulieren und den Objectives und Keyresults den letzten Schliff zu geben. Genau dafür könnt ihr dann das OKR-Refinement nutzen. Vielleicht glaubt ihr jetzt, das ist “Schnörkel-Kram” oder “Feenstaub”? Wir würden euch gern davon überzeugen, dass die OKR-Refinements den großen Unterschied bringen.
Wenn ihr schon Objectives formuliert, die euch richtig inspirieren, dann hört unbedingt auf weiter zu lesen ;-
Denn jetzt verraten wir unsere Tricks, worauf wir bei der Formulierung der Objectives achten.
Kurz ein Schritt zurück – Was sind Ziele bzw. Objectives?
Ziele (wir sprechen im OKR-Framework von Objectives) sind die konkrete Vorstellung einer Zukunft, die wir gerne erschaffen möchten. Gute Objektives motivieren und können damit eine Sog.Sogwirkung entfalten, wenn sie für den Einzelnen oder das Team attraktiv sind. Idealerweise stellen Sie eine angemessene Herausforderung dar, sonst wird es schnell langweilig oder wir schieben die zur Zielerreichung nötigen Aufgaben eine Weile vor uns her. Mehr Info dazu?
Welche Kriterien gelten für motivierende Objectives?
Da stellt sich die Frage nach welchen Kriterien finden diese O-Refinements statt? Du hast vielleicht schon ein Objective formuliert oder beginnst gerade damit. Überprüf doch ganz einfach deine Idee. Objectives werden nach bestimmten Kriterien formuliert, ansonsten sind es Wünsche, Aufgaben, Visionen, die eher schwammig und unkonkret sind.
Damit Ziele für den Owner eine Sogwirkung entfalten können, kommt es auf diese 4 Kriterien an!
1. Future Pace: Objectives müssen als bereits erreicht formulieren werden
Beim Future Pace machen wir einen Schritt in die Zukunft, also ans Ende der Timebox und beschreiben wie diese Zukunft dort aussieht. Es gilt also Objectives gleich so zu formulieren, als hättest du dieses schon erreicht. “Ich lebe glücklich, zufrieden und erfolgreich durch eine Lebensplanung mit OKRs”.
2. Bildhaft und so konkret wie möglich
Beschreibe dein Ziel genau und so konkret und attraktiv wie möglich. Ergänze deine Formulierungen mit Details und konkretisiere diese. Manchmal fehlt einfach ein Verb oder ein Adjektiv zum guten Ziel. Konkret schließt du damit auch sogenannte “Evergreen-Ziele” aus, wie: “Unsere Kunden sind zufrieden mit unseren Leistungen.” Keine Frage, das ist super wichtig, aber eben auch selbstverständlich. Oft fehlt bei den Objectives der Purpose. Und genau diese inspirierende Absichtserklärung hilft Teams, das Ziel zu verfolgen. Fragt euch lieber, wie tragt ihr in den nächsten 3 Monaten zu dieser Zufriedenheit bei? Welches Ziel bezüglich dieser Kundenzufriedenheit setzt ihr euch für die nächsten 3 Monate?
Ihr habt mit eurer Formulierung ein konkretes Bild erzeugt, welches euch motiviert und inspiriert? Dann geht es weiter mit dem nächsten Check.
3. Hin zu – nicht weg von: Objectives Positiv formulieren
“Ich trage die Verantwortung für den Erfolg im Unternehmen nicht mehr alleine.” Ja, ganz okay. Allein zu wissen, was man nicht will, macht es manchmal schon leichter, zu formulieren, was man stattdessen will. Du kannst ein “weg-vom-Ziel” einfach umformulieren. Drehe dazu die negative Aussage um und beschreibe, was Du stattdessen möchtest: “Alle Mitarbeiter tragen die Verantwortung für den Erfolg im Unternehmen gemeinsam.” Macht das einen Unterschied für dich? Das hoffe ich doch 🙂
4. Moonshots: Anspruchsvoll und herausfordernd
Good-bye Langeweile und Prokrastinie! Dein Objective darf einen anspruchsvollen Reiz auslösen, denn nur für diese Ziele lohnt es sich, morgens aufzustehen. Ist dein Ziel wirklich herausfordernd und sportlich? Oder ist es zu leicht erreichbar? Ein bisschen Anstrengung gehört schon dazu! Bleibt noch zu klären, wie ambitioniert dürfen diese für dich sein?
Kurzer Exkurs: Scheinbar unlösbare Probleme zu lösen, ist die Motivation hinter der Moonshot-Logik. Der Begriff selbst wurde nicht bei Google geboren (wie oft fälschlicherweise angenommen), sondern geht auf John F. Kennedy und seine 1961 veröffentlichte Erwartung an das US-Raumfahrtprojekt zurück. Binnen zehn Jahren sollte ein Mann auf dem Mond landen. 1969 betrat Neil Armstrong dann auch als erster Mensch diesen Planeten. Andere Unternehmen wie Google haben den Begriff später übernommen.
Messbare Zielerreichung?
Ja klar, aber nicht das Objective an sich muss messbar sein. Die Messbarkeit des Ziels wird durch die Formulierung der Keyresults erreicht. Hier müssen unbedingt Metriken enthalten sein. Was gute KRs ausmacht, könnt ihr demnächst bei uns im Blog nachlesen.
Final Check
Wenn Du Dein Ziel formuliert hast, prüfe nochmal, ob es wirklich attraktiv für Dich ist und ob es positive Gefühle, ein Schmunzeln, Gänsehaut oder Neugier in Dir auslöst. Eine gelungene Ziel-Formulierung wirkt motivierend und zaubert Dir ein Lächeln auf dein Gesicht.
Du hast Fragen oder benötigst Support und Sparring beim Thema OKR-Formulierung? Dann melde dich einfach bei uns und wir schauen gemeinsam, wie wir dich am besten unterstützen können.
Viele Grüße,
Christina
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