Moving Motivators – Was motiviert Sie wirklich?
Sie wollen wissen, was Sie und Ihr Team motiviert? Vielleicht stecken Sie mitten einem weiteren Change-Prozess und plötzlich funktioniert das Team nicht mehr nach Plan? Wenn Sie wissen wollen was genau die Motivation jedes Einzelnen beeinflusst, dann ist die Beschäftigung mit Motiven genau das Richtige für Sie. Die Moving Motivators wurden von Jurgen Appelo (Coach, Speaker und Autor mehrerer Bücher), basierend auf den Motiven aus der Reiss-Profile- Motiv-Analyse (nach Prof. Dr. Steven Reiss) sowie dem CHAMPFROGS-Modell für intrinsische Motivation erstellt.
Moving Motivators: 10 relevante Motive für das Business-Umfeld
Curiosity, Honor, Acceptance, Mastery, Power, Freedom, Relatedness, Order, Goal, Status. Diese Motive beschreibt Jurgen Appelo als grundlegende Motive, Bedürfnisse oder Sehnsüchte. Übersetzt und mit Erklärung bedeuten diese Begriffe Folgendes:
- Curiosity: Wissbegierde/Neugierde – Ich möchte viele Dinge untersuchen, lernen, ausprobieren
- Honor:Ehre/Werte–Meine persönlichen Werte spiegeln sich im Arbeitsumfeld wider, das fördert meine Loyalität.
- Acceptance: Anerkennung– Die Menschen um mich herum schätzen, was ich tue und wer ich bin.
- Mastery: Perfektionierung – Meine Arbeit fördert und fordert meine Kompetenz, bleibt aber erreichbar.
- Power: Einfluss– Ich habe genügend Raum, um zu beeinflussen, was um mich herum geschieht.
- Freedom: Freiheit – Ich bin unabhängig von anderen, was meine Arbeit und Verantwortlichkeiten betrifft.
- Relatedness Verbundenheit – Ich habe gute soziale Kontakte zu den Menschen in meinem Arbeitsumfeld.
- Order: Ordnung – Um mich existieren Regeln und Sicherheit für eine stabile Arbeitsumgebung.
- Goal: Sinnerfüllung/Ziel – Mein Ziel im Leben spiegelt sich in meiner Arbeit wider.
- Status: Status – Meine Position ist gut und wird von den Menschen um mich herum anerkannt.
Das kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
Für jedes dieser Motive gibt es ein Kärtchen, demnach also 10 Karten. Zu Beginn der Übung bekommt jedes Teammitglied ein Set Karten. Der Moderator (z. B. der Scrum Master, Teamentwickler oder Führungskraft) erklärt zunächst ausführlich die einzelnen Motive sowie den Spielablauf. Das Team kann bei Unklarheiten Fragen stellen. Es ist wichtig, dass jeder genug Platz hat, die Karten vor sich in einer Reihe zu legen.
Es ist unbedingt zu erwähnen, dass es bei dieser Übung kein Richtig oder Falsch gibt. Oder noch besser gesagt: es gibt nur ein Richtig! 😉
Hierfür sollte man sich ca. 15 Minuten Zeit nehmen.
So kann der Ablauf mit den Moving Motivators weitergehen
Jedes Teammitglied bringt die Motive nun in eine individuelle Reihenfolge. Es geht hier darum, welche Motivatoren im Arbeitsumfeld für den Einzelnen besonders wichtig sind. Das findet man am leichtesten heraus, wenn man sich eine Stresssituation vorstellt und dann entscheidet, nach welchen Motiven man handeln würde. Jedes Teammitglied macht das für sich alleine. Im Raum sollte Ruhe herrschen, damit sich die Teammitglieder konzentrieren können. Jeder wird mehr oder weniger häufig die Karten verschieben, neu anordnen. Während dieser Phase beobachtet der Moderator das Team und achtet auch auf die Zeit.
Transparenz, Offenheit und Mut im Team fördern
Nun stellt jeder die Anordnung seiner Karten vor und erklärt kurz, warum er sie so gelegt hat. In der Praxis entscheide ich mich häufig dafür, zunächst die drei Leitmotive vorstellen zu lassen, um daraus eine individuelle „Gebrauchsanleitung“ für die Anderen zu erstellen. Was motiviert mich in der Zusammenarbeit und was löst bei mir Stress aus? Interessant sind zusätzlich die hinteren drei Motive, dies geben unter Umständen einen ersten Eindruck für meinen „blinden Fleck“.
Was passiert jetzt mit den Motiven, wenn sich im Team etwas Grundlegendes ändert?
Nach dieser ersten Runde stellt sich das Team vor, das es eine große Veränderung im Unternehmen gibt. Beispiele hierfür können die Einführung von Scrum oder der OKR-Methode, Neuordnung des Teams/der Abteilung, Umzug der Firma, Arbeitsbeginn eines neuen Vorgesetzten etc. sein.
Die Teammitglieder denken nun über ihre gelegten Karten nach. Jedes Teammitglied bewertet für sich selbst, ob ein Motivator eine positive oder negative Veränderung gemacht hat. Dazu werden die Karten bei einer positiven Veränderung nach oben oder bei einer negativen Veränderung nach unten verschoben. Motivatoren, die sich nicht verändert haben, bleiben am gleichen Platz. Zeit dafür: ca 10 Minuten.
Die Veränderungen werden nun besprochen. Abermals erklärt jedes Teammitglied, warum eine Karte nach oben oder unten gewandert ist. Auch hier werden wieder ca. 2 Minuten pro Teammitglied veranschlagt.
Welchen Nutzen kann man daraus ziehen?
Die Übung ist nicht dazu gedacht, Mitarbeiter zu bewerten. Vielmehr geht es darum, ein Verständnis füreinander zu entwickeln und Vertrauen aufzubauen. Was ist dem anderen im Arbeitsumfeld wichtig? Für Teamleiter/Vorgesetzte ist es bestimmt interessant zu sehen, ob bestimmte Ereignisse das Team eher motiviert oder demotiviert haben. Auch kann man hier ersehen, welches Arbeitsumfeld für die Teammitglieder motivierend ist und wie man die Einzelnen sinnvoll fördern und fordern kann. Wenn aufgrund eines Ereignisses bei fast allen Teammitgliedern deren wichtigsten Karten nach unten wandern, ist Gesprächs- und Handlungsbedarf angebracht. Wir dürfen nie vergessen, dass motivierte Mitarbeiter das größte Gut eines Unternehmens sind.
Was ist Klebstoff, und was ist Sprengstoff in einem Team?
Jetzt liegen die Karten (Moving Motivators) von allen Teammitgliedern offen. Spannend ist nun zusätzlich die Suche nach Gemeinsamkeiten (Klebstoff) – also, Motive die bei einigen im Team unter den ersten drei Motiven auftauchen. Genauso spannend ist zusätzlich das Thema Sprengstoff im Team (Unterschiede).
Ein Beispiel hierfür: In einem Team haben fast alle den Motivator „Ordnung“ nach hinten priorisiert, nur ein Teammitglied hat dieses Motiv ganz vorne liegen. Was glauben Sie wozu das führt? Richtig eingesetzt und transparent gemacht, könnte dieses Teammitglied quasi der „Ordnungsminister“ im Team sein, zum Beispiel in der Rolle eine Projektmanagers, Timemasters oder als Qualitätsbeauftragte. Ohne diese Unterschiede zu kennen, führen solche Konstellation häufig zu Unverständnis für individuelles Verhalten und zu Konflikten.
Mein Fazit zu den Moving Motivators
Aus meiner Sicht sind die Moving Motivators ein niedrigschwelliger Einstieg in das Thema Motive und Motivation für Teams und damit ein perfektes Tools für agile Führung. Die Kosten für den Einsatz sind gering, eigentlich muss man die Kärtchen nur ausdrucken, dafür ist der Nutzen hoch.
Wer danach tiefer in das Thema Motivation einsteigen will kann mit der ID37-Motivanalyse weiter machen. ID37-Profiling ist das wissenschaftlich aktuellste Instrument zur Persönlichkeitsdiagnostik auf Motiv-Ebenen.
Wer zu ID37 mehr wissen will, kann gerne direkt mit mir Kontakt aufnehmen oder findet Informationen gleich hier.